Der Verputz ist das Kleid des Hauses und prägt sein Erscheinungsbild wie kaum ein anderes Architekturelement. Häufig wurde in der Vergangenheit wenig Wert auf die authentische und originalgetreue Erneuerung dieser Verschleißschicht gelegt,so dass viele Gebäude und auch Baudenkmale entstellt wirken. 

Das historische Gebäude, welches uns als Baudenkmal eine Botschaft aus vergangener Zeit übermittelt, kann dies nur tun, wenn auch der Putz im ursprünglichen Sinne wieder erneuert wird. 

Noch haben wir in Mitteldeutschland genügend Zeugnisse aus der jeweiligen Zeit, die besondere Beachtung verdienen. 

Hier gilt es durch eine sensible Herangehensweise noch vorhandene Originalputze zu konservieren und sich bei notwendigen Restaurierungsarbeiten durch eine Nachstellung an diesen zu orientieren. 

Zur originalgetreuen Wiederherstellung eines historischen Putzes sind zwei Voraussetzungen erforderlich:

  • ​genaue Analyse des vorgefundenen Originalputzes hinsichtlich seiner chemischen Zusammensetzung: Bindemittel und Bindemittelanteile, Sieblinien, Art der Zuschlagstoffe und Korneigenschaften, Identifikation von Zusatzstoffen wie Ziegel- oder Tuffmehle, Kaseine und deren Nachstellung mit einer Baustellenmischung oder einem passenden Werktrockenmörtel, 
  • Verständnis für die handwerkliche Herstellungstechnik: Werkzeuge, Mischungsverhältnisse, Baustelleneinrichtung, Tagwerke, Putzaufbau, Standzeiten, Verarbeitungstechnik und die entsprechende Anleitung.   

Gern beraten wir Sie bei entsprechenden Fragestellungen. 

​Weitere Beispiele für historische Putztechniken finden Sie hier.

Nachgestellter Patschok- oder Tränenputz an der Putjatinkapelle in Dresden
Nachgestellter Kellenwurfputz mit Größtkorn bis 2 cm
Eingangsportal in scharriertem Steinputz an der 84.Grundschule in Dresden-Hellerau